Projekt Sanierung Kirche Thusis

Uebersicht

Im Jahr 2008, nach dem Brand des Glockenturms, wurde die Kirche Thusis umfassend saniert und um den neuen Seitenflügel mit Zugang zum Gewölberaum erweitert.

Anlass zur erneuten Beschäftigung mit Sanierungsarbeiten ergab sich vorerst aus dem Umstand, dass aufgrund von Wartungsarbeiten an den Glocken- und Läutanlagen anfangs 2024 Handlungsbedarf besteht: Der Einbau von Sicherheitsvorrichtungen für Arbeiten im Kirchturm (Vorgabe SUVA) und Erneuerung von Schlagvorrichtungen für eine notwendige Schonung der Glocken, sowie der elektronischen Geräte und Steuerungen sind zu planen.

Mit Blick auf eine Kostenbeteiligung der Landeskirche Graubünden (LK) fand eine Besprechung mit dem Finanzverwalter der LK, Marcel Schädler, statt. Dieser gab wichtige Hinweise und Empfehlungen ab:
Nicht nur glocken- und turmrelevante Schadenverhütung, und Unterhalt/Erneuerung der technischen Geräte sondern ein Gesamtprojekt ist auszuarbeiten. Es soll in die Zukunft investiert werden, so dass die Installationen und Apparate für die nächsten 20-30 Jahre wieder einwandfrei funktionieren. Auch das kirchliche Leben und was es dazu braucht, soll angeschaut werden. Kirchen in dieser Grösse sollen dabei gut und zukunftsweisend ausgerüstet sein.


Fazit

Es geht um eine Vision. Um eine Sicht und Vorstellung darüber, wie sich künftig das Kirchgemeindeleben in der Evang.-ref. Kirche Thusis abspielen kann und was dafür allenfalls verändert werden müsste.
Und auch, mit welcher Einrichtung der Kirchenraum am geeignetsten genutzt werden kann.
Darüber hat sich der Kirchgemeindevorstand seit gut einem Jahr beschäftigt.
Auf unserer Homepage werden wir Sie laufend über den Projektstand und das weitere Vorgehen orientieren.

Baukommission

Der Kirchgemeindevorstand beschliesst am 28. November 2024 eine Baukommission (BauKo) :

Mitglieder BauKo
Fredy Schärer: Vertreter Kirchgemeindevorstand, Leitung
Lukas Heitz: Turm- und Glockenwart, Protokoll
Max Huber: VS- und BauKo-Mitglied bei Renovation 2008, Beisitzer
Valentin Kessler: Audio-Video-Planer, Knowhow Kirchenrenov., Beisitzer
Beat Marugg: Architekt, Planungsbeauftragter (Sohn von Hans Marugg, beauftragter Architekt 2008)

Auf die Hinweise und Empfehlungen der Landeskirche hat die BauKo den Blickwinkel geöffnet und für bestehende und zukünftige Ansprüche an Kirche und Turm eine Bedürfnisliste erstellt.

Die BauKo hat den Kirchgemeindevorstand und das Pfarramt aufgefordert,

  • ihre Vision für die Kirche Thusis mit dieser Bedürfnisliste zu vergleichen;

  • die vorliegende Bedürfnisliste zu verbessern und zu ergänzen sowie

  • die einzelnen Bedürfnisse nach ihrer Relevanz zu gewichten;

  • die Gewichtung soll nicht aus Kostensicht erfolgen, sondern nach der Sinnfrage mit Blick auf die künftige Gemeindeentwicklung.

Mit diesem Vorgehen sollen die sicherlich begrenzten finanziellen Mittel für die wichtigen Ziele für unsere Kirche eingesetzt und das Projekt «Sanierung Kirche Thusis» entsprechend umgesetzt werden.

VISION des Kirchgemeindevorstands

Am 24. Mai 2025 hat der Kirchgemeindevorstand eine Vision für die Kirchgemeinde Thusis-Masein ausgearbeitet. Die Kirche wird als Symbol der Kirchgemeinde angesehen.
In Ergänzung zum heute bestehenden Kirchenbetrieb soll die Nutzung der Kirche gestärkt werden. Es soll eine Öffnung stattfinden.
Als Kirche mit Zentrumsfunktion sollen in ihr vielfältige Nutzungen ermöglicht werden. Gedacht wird unter anderem an Unterricht z. B. für Konfirmanden, Workshops, Kurse, an Familien, an das Zusammenkommen und Feiern von allen Altersgruppen, Austragungsort sein von Konzerten oder Kunstausstellungen. In der Kirche soll vieles möglich gemacht werden, welches die Bevölkerung animiert und ansprechend ist. Dafür soll das Kirchenschiff geöffnet werden, nicht durch die fixen Bänke eingeschränkt bleiben, sondern mit flexibler Bestuhlung auch variabel genutzt werden können. Auch Tische sind für einige Anlässe vorzusehen.
Für den Zielhorizont von 20 bis 30 Jahren wird auch auf die Zentrumsfunktion der Evang.-ref. Kirche Thusis verwiesen. Es soll vermehrt regional gedacht und gehandelt werden.

Fazit

Im Wissen, dass der Ersatz der Bänke durch flexible Bestuhlung erhebliche Konsequenzen mit sich bringt (Ersatz Heizung, Schaffung von Raum für Stuhl- und Tischdepot usw.), beauftragte der Vorstand die BauKo, diese Vision weiter zu verfolgen und mit wenigen Ausnahmen gemäss der überarbeiteten Bedürfnisliste weiter zu behandeln und ihre Auswirkungen auf die Massnahmen zu verfolgen.

EMPFEHLUNGEN Landeskirche Graubünden

Nach der ersten Empfehlung der Landeskirche, anstelle einer Turm-Sanierung, ein Gesamtprojekt für die ganze Kirche auszuarbeiten, hat das bisher technische Projekt mit der neuen Vision und den damit verbundenen Anliegen nun ganz andere Dimensionen angenommen. So erfolgte am 19. August 2025 eine weitere Besprechung mit der Landeskirche Graubünden (Marcel Schädler), der BauKo und dem Präsidium des Kirchgemeindevorstandes.
Die Landeskirche begrüsst die Vision des Kirchgemeindevorstandes und findet sie gut.
Die Kirchenbänke wurden z. B. auch in der Kirche Felsberg entfernt. Gut zu wissen ist in diesem Zusammenhang, dass bis zur Reformation keine Bänke in den Kirchen gestanden sind. Alle Leute sind mit den Priestern gestanden. Alle haben Richtung Chor zu den Altären geschaut. Bei orthodoxen Kirchen ist das heute noch der Brauch.
Mit dem Wegfall der Kirchenbänke muss eine neue Heizung angedacht werden. Das neue Energiegesetzt des Kantons (BEG) vom 1.1.2021 verbietet elektrische Widerstandsheizungen, wie sie jetzt unter den Kirchbänken montiert sind. Mit anderen Kantonen bereitet die Kantonalkirche zurzeit die Evaluation alternativer Heizsysteme für Kirchen vor. Diese Unterstützungsarbeiten stehen aber erst am Anfang.
Die Fresken sollen, wie das auch die Denkmalpflege (DP) betont, erhalten bleiben.
Die Finanzen sind ein wichtiger Teil bei einer Renovation. Das Geld der Kantonalkirche wird in Zukunft schmaler sein, da ab nächstem Jahr die Kirchensteuer um 4 % kleiner ausfallen wird. Die Kantonalkirche unterstützt momentan noch 2/3 der Kosten bis maximal CHF 600'000.
Bei der Kirchgemeinde, die den Restbetrag zahlen muss, ist aber kein Geld vorhanden. Eine Drittfinanzierung (z. B. Darlehen, Hypotheken) darf sie nicht mehr machen. Deshalb ist die Suche nach Spendengeldern sehr wichtig. Beispiele bei anderen Kirchen zeigen aber, dass Renovationskosten von über 1 Million Franken mit Hilfe von Spendengeldern finanziert werden können.

Zentral ist nun, nochmals abzuwägen, was für die Kirche Thusis wichtig ist. So steht die «Vision» dem Leitsatz «Schuster bleib bei deinen Leisten» gegenüber. Es ist Vernunft walten zu lassen. Die Bedürfnisse sind zu priorisieren. Die Kosten können nach oben immer offen sein.

VORPROJEKT

Zwischenzeitlich hat Architekt Beat Marugg im Oktober 2025 ein neues Vorprojekt mit zwei verschiedenen Varianten ausgearbeitet und der BauKo vorgelegt. Dieses muss nun durch den Kirchgemeindevorstand und das Pfarramt geprüft werden und die sich dabei stellenden Fragen beantworten. Dies braucht natürlich ebenfalls Zeit.

WEITERES VORGEHEN

Bis Frühjahr 2026:

  • Dringende Arbeiten müssen vorgezogen werden.

  • Personen suchen und bilden einer Arbeitsgruppe «Finanzbeschaffung».

Frühjahr 2026:

  • Information über Projektstand.

Herbst 2026:

  • Vorstellen des Vorprojekts.

2027:

  • Vorstellen Detailprojekt und Abstimmung betreffend Weiterverfolgung und Ausarbeitung des Projekts.