Projekt Sanierung Kirche Thusis

Uebersicht

Im Jahr 2008, nach dem Brand des Glockenturms, wurde die Kirche Thusis umfassend saniert und um den neuen Seitenflügel mit Zugang zum Gewölberaum erweitert.

Anlass zur erneuten Beschäftigung mit Sanierungsarbeiten ergab sich vorerst aus dem Umstand, dass aufgrund von Wartungsarbeiten an den Glocken- und Läutanlagen anfangs 2024 Handlungsbedarf besteht: DeraHDerDdd Einbau von Sicherheitsvorrichtungen für Arbeiten im Kirchturm (Vorgabe SUVA) und Anschaffung von Schlagvorrichtungen (Verbesserung Schlag sowie Klöppel (Halla)) für eine notwendige Schonung der Glocken sind zu planen. Demzufolge wurden CHF 12’000 ins Budget 2025 aufgenommen. Die pol. Gemeinde Thusis hat ihren Anteil ebenfalls für 2025 budgetiert.

Für eine Kostenbeteiligung der Landeskirche Graubünden (LK) fand in der Folge eine Besprechung mit dem Finanzverwalter der LK, Marcel Schädler, vor Ort statt. Dieser gab wichtige Hinweise und Empfehlungen ab:

Nicht nur glocken- und turmrelevante Arbeiten, sondern ein Projekt über alle Anlagen der Kirche sind auszuarbeiten. Es soll in die Zukunft investiert werden, so dass die Installationen und Apparate für die nächsten 20-30 Jahre wieder einwandfrei funktionieren. Hintergrund für dieses Handeln sind die schwindenden finanziellen Mittel. Kirchen mit Zentrumsfunktion sollen dabei gut und zukunftsweisend ausgerüstet sein.

Fazit

Es geht um eine Vision. Um eine Sicht und Vorstellung darüber, wie sich künftig das Kirchgemeindeleben in der Evang.-ref. Kirche Thusis abspielen kann und was dafür allenfalls verändert werden müsste.

Und auch, mit welcher Einrichtung der Kirchenraum am geeignetsten genutzt werden kann.

Darüber hat sich der Kirchgemeindevorstand seit gut einem Jahr beschäftigt.

Auf unserer Homepage orientieren wir Sie in Zukunft laufend aktualisiert über den Projektstand und das weitere Vorgehen.

Baukommission

Der Kirchgemeindevorstand beschliesst am 28. November 2024, eine Baukommission (BauKo) für die Renovation von Kirche und Kirchturm mit folgenden Aufträgen einzurichten:

  • Es soll ein Projekt für die Renovation der Kirche und des Kirchturms mit Läutanlage ausgearbeitet werden.

  • Der Betrieb der Kirche soll für die nächsten 20 bis 30 Jahre wieder einwandfrei funktionieren.

Mitglieder BauKo

Fredy Schärer: Vertreter Kirchgemeindevorstand, Leitung

Lukas Heitz: Turm- und Glockenwart, Protokoll

Max Huber: VS- und BauKo-Mitglied bei Renovation 2008, Beisitzer

Valentin Kessler: Audio-Video-Planer, Knowhow Kirchenrenov., Beisitzer

Beat Marugg: Architekt, Planungsbeauftragter


In der Folge hat die BauKo deshalb den Blickwinkel geöffnet und für bestehende und zukünftige Ansprüche an Kirche und Turm eine Bedürfnisliste für die nächsten 20 bis 30 Jahre erstellt (technische Sanierung).

Die BauKo hat den Kirchgemeindevorstand und das Pfarramt aufgefordert,

  • ihre Vision für die Kirche Thusis mit dieser Bedürfnisliste zu vergleichen;

  • die vorliegende Bedürfnisliste zu verbessern und zu ergänzen sowie

  • die einzelnen Bedürfnisse nach ihrer Relevanz zu gewichten;

  • die Gewichtung soll nicht aus Kostensicht erfolgen, sondern nach der Sinnfrage mit Blick auf die künftige Gemeindeentwicklung.

Mit diesem Vorgehen soll die Vision verfolgt werden, so dass die sicherlich begrenzten finanziellen Mittel für die wichtigen Ziele für unsere Kirche eingesetzt und das Projekt «Sanierung Kirche Thusis» entsprechend umgesetzt werden kann.

VISION des Kirchgemeindevorstands

Am 24. Mai 2025 hat der Kirchgemeindevorstand eine Vision für die Kirchgemeinde Thusis-Masein ausgearbeitet. Zielhorizont sind die nächsten 20 bis 30 Jahre. Die Kirche wird als Symbol der Kirchgemeinde angesehen. In Ergänzung zum heute bestehenden Kirchenbetrieb soll die Nutzung der Kirche gestärkt werden. Als Kirche mit Zentrumsfunktion sollen in ihr vielfältige Nutzungen ermöglicht werden. Gedacht wird unter anderem an Unterricht z. B. für Konfirmanden, Workshops, Kurse, an Familien, an das Zusammenkommen und Feiern von allen Altersgruppen, Austragungsort sein von Konzerten oder Kunstausstellungen. In der Kirche soll vieles möglich gemacht werden, welches die Bevölkerung animiert und ansprechend ist. Dafür soll der Raum geöffnet werden, nicht durch die fixen Bänke eingeschränkt bleiben, sondern mit flexibler Bestuhlung auch variabel genutzt werden können. Auch Tische sind für einige Anlässe vorzusehen.

Für den Zielhorizont von 20 bis 30 Jahren wird auch auf die Zentralfunktion der Evang.-ref. Kirche Thusis verwiesen. Es soll vermehrt regional gedacht und gehandelt werden, auch über den Rhein, ins Domleschg.

Fazit

Im Wissen, dass dies erhebliche Konsequenzen mit sich bringt (Ersatz Heizung, Schaffung von Raum für Stuhl- und Tischdepot usw.), beauftragte der Vorstand die BauKo, diese Vision weiter zu verfolgen und mit wenigen Ausnahmen gemäss der überarbeiteten Bedürfnisliste weiter zu behandeln und ihre Auswirkungen auf die Massnahmen zu verfolgen.

EMPFEHLUNGEN Landeskirche Graubünden

Weil sich das bisher technische Projekt mit der neuen Vision und damit verbundenen Anliegen nun ganz andere Dimensionen angenommen hatte, erfolgte am 19. August 2025 eine weitere Besprechung mit dem Finanzverwalter der Landeskirche Graubünden (Marcel Schädler), der BauKo und dem Präsidium des Kirchgemeindevorstandes.

Schweizweit und vor allem mit Sicht auf das übrige Europa kann eine vermehrte Umnutzung von Kirchen festgestellt werden. Im Kanton Graubünden sind solche jedoch noch sehr selten. Aber in absehbarer Zukunft wird es auch bei uns nicht mehr möglich sein, all die vielen Kirchen zu unterhalten und so zu behalten, wie sie jetzt sind.

Die Vision des Kirchgemeindevorstandes ist gut. Die Kirchenbänke wurden z. B. auch in der Kirche Felsberg entfernt. Gut zu wissen ist in diesem Zusammenhang, dass bis zur Reformation keine Bänke in den Kirchen gestanden sind. Alle Leute sind mit den Priestern gestanden. Alle haben Richtung Chor zu den Altären geschaut. Bei orthodoxen Kirchen ist das heute noch der Brauch.

Die Fresken sollen, wie das auch die Denkmalpflege (DP) betont, erhalten bleiben. Nach Erfahrung der Kantonalkirche unterstützt die DP im Schnitt 10 bis 15 % der Kosten einer Kirchenrenovation. Im Falle Thusis wird es wahrscheinlich weniger sein.

Mit dem Wegfall der Kirchenbänke muss eine neue Heizung angedacht werden. Das neue Energiegesetzt des Kantons (BEG) vom 1.1.2021 verbietet elektrische Widerstandsheizungen, wie sie jetzt unter den Kirchbänken montiert sind. Mit anderen Kantonen bereitet die Kantonalkirche zurzeit die Evaluation alternativer Heizsysteme für Kirchen vor, wie z. B. Luftwärmepumpen der Firma Kegel. Diese Unterstützungsarbeiten stehen aber erst am Anfang. Trotzdem soll bei der Firma Kegel schon eine Offerte eingeholt werden.

Die Finanzen sind ein wichtiger Teil bei einer Renovation. Das Geld der Kantonalkirche wird in Zukunft schmaler sein, da ab nächstem Jahr die Kirchensteuer um 4 % kleiner ausfallen wird. Die Kantonalkirche unterstützt momentan noch 2/3 der Kosten bis maximal CHF 600'000. Eine Drittfinanzierung (z. B. Darlehen, Hypotheken) darf sie nicht mehr machen.

Bei der Kirchgemeinde, die ja den Restbetrag zahlen muss, ist aber kein Geld vorhanden. Deshalb ist die Suche nach Spendengeldern sehr wichtig. Beispiele von Kirchenrenovationen in Schiers und Splügen zeigen, dass auch sie Kosten von 1 Million Franken und noch mehr brauchen und das durch Spendengelder realisieren müssen.

Für die Geldsuche ist wichtig zu wissen:

  • Es braucht einen Zeithorizont von 3 bis 5 Jahren.

  • Es braucht eine eigene Personengruppe, die die Suche durchführt.

  • Die Geldsuche darf nicht von einer Person abhängen.

  • Es braucht eine grosse Durchhaltekraft!

Bis jetzt habe es aber immer geklappt. Wir Bündner haben den Bonus, dass das «Unterland» das Berggebiet unterstützt und wir auf die schweizerische Solidarität zählen dürfen. Unzählige Firmen und Institutionen müssen angeschrieben werden. Gut ist, wenn bei diesen auch persönlich vorbeigegangen wird.

Mit den Bauarbeiten darf aber erst begonnen werden, wenn das notwendige Geld da ist. Andernfalls muss eine robuste, allgemein abgesegnete Prioritätenliste vorhanden sein, über die dann nicht finanzierbare Teile abgestrichen werden.

Es lohnt sich, bei Kirchgemeinden, die so gearbeitet haben, nach ihrem Vorgehen nachzufragen. Auch gut zu wissen ist, wen sie als Sponsoren angefragt haben.

Zentral ist nun, nochmals abzuwägen, was für die Kirche Thusis wichtig ist. So steht die «Vision» dem Leitsatz «Schuster bleib bei deinen Leisten» gegenüber. Es ist Vernunft walten zu lassen. Die Bedürfnisse sind zu priorisieren. Die Kosten können nach oben immer offen sein.

VORPROJEKT

Zwischenzeitlich hat Architekt Beat Marugg im Oktober 2025 ein neues Vorprojekt mit zwei verschiedenen Varianten ausgearbeitet und der BauKo vorgelegt. Dieses muss nun durch den Kirchgemeindevorstand und das Pfarramt geprüft werden und die sich dabei stellenden Fragen beantworten. Dies braucht natürlich ebenfalls Zeit.

WEITERES VORGEHEN

Bis Frühjahr 2026:

  • Dringende Arbeiten müssen vorgezogen werden.

  • Personen suchen und bilden einer Arbeitsgruppe «Finanzbeschaffung».

Frühjahr 2026:

  • Information über Projektstand.

Herbst 2026:

  • Vorstellen des bereinigten Vorprojekts.

2027:

  • Vorstellen Detailprojekt und Abstimmung betreffend Weiterverfolgung und Ausarbeitung des Projekts.